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Chronik Karlshagen
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Chronik von Karlshagen


1818 bis 1945 gehörte der Norden der Insel Usedom zum Landkreis Usedom – Wollin mit Sitz in
                     Swinemünde.

1820    Fasste der damalige Oberpräsident der Provinz Pommern, Johann August Sack den
           Entschluss, den Wald zwischen Peenemünde und Zinnowitz besiedeln zu lassen, so
           wurde in Hammelstall ( heute Trassenheide ) eine Fischerkolonie gegründet. Unter
           gleichen Bedingungen wurde 1829 die Siedlung Pudagla II – Forstfiskalischer Gutsbezirk (
           das heutige Karlshagen ) gegründet.

1829
    In der Kolonie wohnen 27 Einwohner. Auf Anordnung des Oberpräsidenten, Johann August
           Sack, als forstfiskalische Kolonie gegründet, um Preußen die Heringseinfuhr zu
           ermöglichen. Die ersten Erwerbungswilligen waren: aus Zecherin Michael Dröse und Martin
           Lüder aus Mahlzow die Herren Pauckwarth, Steffen, Hahn und Schroeder (sie nahmen
           gemeinsam eine Parzelle) Johann Schmidt und der Radmacher Müller aus Sauzin, Herr
           Dummert und Johann, aus Neeberg Johann Schulz und Friedrich Stegmann.

1836
    Taucht zum ersten Mal im Kirchenbuch von Krummin der Name “Carlshagen” auf. Den
           Namen Carlshagen verdankt die Kolonie dem Regierungsrat von Stettin, Karl von Triest.

1836
   Eine Schule wird in der Hafenstrasse gebaut, welche damals Schulstrasse hieß.

1837
    Erscheint im Amtsblatt der “Stettiner Regierung” folgende Bekanntmachung:
            “Es ist auf Bekanntmachung mehreren veräußerten Forstgrundstücken des Königlichen
            Zinnowitzer Reviers, Usedom-Wolliner Kreises, entstandene Kolonie, welche eine Meile
            von Peenemünde, eine halbe Meile von Hammelstall entfernt liegt, der Name “Carlshagen”
            beigelegt worden, was hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht wird.” Stettin, den
            11.1837 Königl. Regierung. Abt. Finanzen

1841     Christian Kirchbach ist erster Stellvertretender Gutsvorsteher.

1850     220 Einwohner

1852 bis 1952
gehörte Carlshagen zum Landkreis Usedom-Wollin.

1854      Neuer Stellvertretender Gutvorsteher wird der Landwirt Wachtel.

1862      Laut Kirchenbuch Krummin sind ein Krüger (Gastwirt) und ein Behrendt nachweisbar. Sie
             bauten vermutlich die Gaststätte Kiefernhain auf. Dieser war bis 1958 im Besitz der
             Familie Behrendt. Die letzte Wirtin “Tante Ella”, war bekannt für ihre gute Küche.
             Allerdings hatte der Gasthof in den letzten Jahren im Volksmund (besonders bei den
             Urlaubern) den Beinamen “Zum dreckigen Löffel”. 1958 wurde der Kiefernhain vom
             Konsum übernommen.

12./13.11.1872 
Schwerste Sturmflut. 2,70m über NN.

1885      Aufbau des Strandhotels mit Logierhaus am Strand von Carlshagen. Bauherr war der
             Berliner Architekt Hugo Elsner. Er erwarb einige Morgen Land am Carlshagener Strand.
             Damit begann der Badebetrieb in Carlshagen. Ein Landesteg wird gebaut. Die Besitzer
             des Strandhotels wechselten recht häufig:
                        Müller dann dessen Schwiegersohn
                        Albert Dowig (bis zur Jahrhundertwende)
                        Fritz Rohde (bis 1910)
                        A. Neste (bis 1918)
                        Ehrling (bis1918)
                        Pinnow/Schrödter (bis 1939)

18. 07.1886  Erste Aufzeichnung im Protokollbuch über den Kriegerverein Carlshagen. Zum
             Vorsitzenden wurde Aug. Steinberg gewählt. Letzter Eintrag wurde am 26. 07. 1933
             vorgenommen.

1888       Ein zweites Schulgebäude wird gebaut

1897/98  Bau einer festen Chaussee von Hammelstall (Trassenheide) nach Carlshagen für 56 800
              RM. Bis 1907 wurde die Chaussee bis Peenemünde fertig gestellt.

1889
      Postvorsteher Freese Stellvertretender Gutvorsteher.

1895       Kolonist und Eigentümer Joachim Jung ist neuer Gutvorsteher

1899      
870 Badegäste wurden in Carlshagen gezählt.

1900
      ca. 400 Einwohner

1900
      Bau der Strasse von Hammelstall (Trassenheide) bis Karlshagen.? Tischlermeister Carl
             Wiechmann wird neuer Gutvorsteher.

1903
     Carlshagen bekam einen Seesteg.

30./31.12.1904
  Schweres Sturmhochwasser 1,90 m über NN

1904
     1052 Badegäste

1905
     Bau einer Landungsbrücke

1907
     Fischer und Eigentümer Carl Dröse wird neuer Gutvorsteher.

1907
     Das Strandbuffet wurde in den Dünen gebaut. Dieses wurde später im Volksmund auch
             Sturzkampfbomber oder Nahkampfdiele genannt.

15.01.1909
  Beschluss des Kreisausschusses des Kreises Usedom-Wollin, Sitz in Swinemünde,
                  über die Abtrennung von Grunstücken des Gutsbezirkes Peenemünde und des
                  Forstgutsbezirkes Pudagla für die Bildung der Landgemeinde Karlshagen mit
                  vorbehaltlicher königlicher Genehmigung. Carlshagen hat 639 Einwohner.

22.07.1909
  Kaufvertrag für das Grundstück der Kirche wurde abgeschlossen. Karlshagen
                  gehört zur Kirchgemeinde Krummin.

1910
           591 Einwohner in Carlshagen.

1910
          Eröffnung der Bahnlinie Heringsdorf-Wolgast Fähre. Der Bahnhof “Trassenheide-
                  Carlshagen” entsteht. Der Bahnhof war 5km von Karlshagen entfernt, und das hat eine
                  Vorgeschichte.Es wird erzählt, dass bei den Verhandlungen die Vertreter von
                  Karlshagen, wahrscheinlich viele Fuhrleute, dafür eingetreten sind, dass der Bahnhof
                  nicht zu nahe an den unseren Ort herankam. Sie fürchteten um ihre Fuhren und damit
                  um ihre Einnahmen. Die Trassenheider Einwohner waren mit dem Bahnhofsnamen     
                  “Carlshagen-Trassenheide” nicht einverstanden. Sie schritten zur Tat und entfernten  
                  das Bahnhofsschild und ersetzten dieses mit der Aufschrift “Trassenheide”.

1910         
1 845 Badegäste waren in Carlshagen.

1911
          Das Familienbad wurde erbaut. Eine Kabine kostete 0,10 oder 0,20 M.
                 Nach dem Umziehen ging man über einen verkleideten Laufsteg zum Wasser und
                 legte erst dort seinen Bademantel ab. Die Dorfkinder hatten weit außerhalb des
                 Badestrandes zu baden, da sie nicht immer glückliche Besitzer einer Badehose waren
                 und die Gäste nicht belästigen werden durften. Zum Damen- und Herrenbad gehörte
                 auch je ein Sonnenbad, in dem sich die Gäste hinter dicken Bretterwänden nackt
                 sonnten .

21.09.1911
  Grundsteinlegung für die neue Kirche. Geplant war der Kirchbau am Strand in den
                  Dünen. Da aber Karlshagen allein nicht im Stande war, das nötige Geld aufzutreiben,
                  musste es die Bedingung akzeptieren, mit Trassenheide und Peenemünde eine
                  Kirchgemeinde zu bilden.

1912
           Anschluss Carlshagen an das Stromnetz. Seit 1910 gab es eine Straßenbeleuchtung
                  mit Petroleumlampen.

07.05.1912
  Ankunft der Glocke für die Kirche.

02.07.1912
  Die Kirche wird geweiht.

30./31.12.1913
  Schweres Sturmhochwasser. 1,91m über NN. Das Wasser von der Peene steht
                  bis an die Kirche.

01.04.1915   Anlässlich des 100. Geburtstages von Otto von Bismark wird an der Ecke
                   Hauptstraße/Peenestraße eine Eiche gepflanzt.

1920          Die Inflation kommt auch nach Karlshagen:
                                       1920 kostet 1 l Milch 55 Pfennige
                                       1922 34.40 Mark
                                       1923 820,- Mark
                               15.11.1923 200 Millionen Mark

18.10.1920
  Großer Brand in Carlshagen, mehrere Fischerhütten werden zerstört.

21.11.1920 
Gründung der Freiwillige Feuerwehr. Zum verantwortlichen Wehrführer wurde der
                  Tischlermeister Erich Lüder gewählt.

11.04.1926
  Orgelweihe in der Kirche.

1927/28
     Deichbau von Carlshagen-Zecherin-Wolgast.

1928          
Der Feuerwehrübungsturm und das Spritzenhaus werden gebaut

1929           Der Naturhafen Carlshagen (Buttermilchgraben) wird ausgebaggert.

1929
          Malermeister Rudolf Bunge wird erster Bürgermeister und damit wird Karlshagen
                  erstmals eine politische Gemeinde. (Grundlage: Vertrag von Swinemünde 1909).

30.06.1930 
Festliche Einweihung des Hafen Karlshagen.

1931
          Karlshagen hat 642 Einwohner.

1931
          Es wurden 1967 Badegäste gezählt.

1933
          Karlshagen hat 619 Einwohner.

1933
           Das Reichsarbeitsdienstlager in der Peenestraße wird gebaut.

1936
          Beginn des Aufbaues der Heeresversuchsanstalt Peenemünde - Werk Ost - und die 
                  Erprobungsstelle der Luftwaffe - Werk West - . Nördlich der Strandstrasse wird die
                  Wohnsiedlung für die Arbeiter, Techniker und Wissenschaftler gebaut.

1936/37
     Bau der Eisenbahnlinie Zinnowitz-Peenemünde. In Karlshagen werden zwei Bahnhöfe
                 gebaut. “Karlshagen Dorf” und “Karlshagen Siedlung”.

28.7 .1937
  Beginn des fahrplanmäßigen Zugbetriebes der Werkbahn.

Juli 1937
   Die ersten Wohnungen in der Siedlung der Heeresversuchsanstalt werden bezogen.

1938
          Dr. Dehn ist neuer Bürgermeister.

1938/39
     Weiterer Ausbau des Hafens, da er als Umschlagplatz für Baustoffe für die HVA
                 Peenemünde dienen sollte.

1939
          1 631 Einwohner. Der Anstieg der Einwohner ist auf den Aufbau der
                 Heeresversuchsanstalt mit der Siedlung für die Angestellten zurück zu führen.

1940/41
     Zum Schutz vor dem Hochwasser wird an der Peene der Deich von Karlshagen bis
                Peenemünde gebaut. Die Peenestrasse wird ausgebaut.

1941
         Schulneubau in der Siedlung der Heeresversuchsanstalt. Alle Karlshagener Kinder
                besuchen auch diese Schule.

15.4.1943
  Aufnahme des elektrischen Zugbetriebes bei der Werkbahn,

17./18.08.1943
  Die Heeresversuchsanstalt wird durch die Engländer bombardiert. Die meisten
                 Bombentreffer gehen in der Wohnsiedlung nieder. Die Kirche und auch einige
                 Wohnhäuser im Ort Karlshagen werden zerstört. Ca 800 Opfer sind zu beklagen.

07.11.1943
  Zentrale Trauerfeier für die Bombenopfer.

04.05.1945
  Kampflose Einnahme von Karlshagen durch die Rote Armee.

1945           Erna Nehring wird Bürgermeisterin.

1946
           ca. 650 Einwohner

1946           Gründung der Fischwirtschaftsgenossenschaft.

1946           Heinz Erdmann ist neuer Bürgermeister.
 
1948/50      Aus der zerstörten Siedlung wird das Strassenpflaster geborgen. Damit pflastern die
                 Einwohner und Aussiedler die Hafenstrasse (ca. 1,4 km).

1949          Neubau eines Schulhauses in der Hauptstrasse. Ab 1945 wurde in einer Baracke
                 (Wiesenschule) mit dem Unterricht begonnen.

1951          1018 Urlauber

1951/52      Aufbau der zerstörten Kirche unter der organisatorischen Leitung von Pastor
                 Spreemann. Mit aufgebaut haben unter anderen Tischlerei Lüder, Baufirma Blum,
                 Albert Florin, Emil Vogel, Fritz Röder-Peenemünde-.

17.06.1952  Neuaufbau der Freiwillige Feuerwehr.

06.08.1952  Weihe der wieder aufgebauten Kirche

1952           Irma Wilhelm ist Bürgermeisterin.

1952 bis 1990  gehörte Karlshagen zum Kreis Wolgast, Bezirk Rostock, die Autoschilder
                  begannen mit dem Großen “A”.

04.01.1954  Schwere Sturmflut. 1,72 über NN.

1954           Bau der ersten Friedhofskapelle.

1954           Erich Ast wird Bürgermeister.

1954            Beginn des Aufbaus eines Tonnenhofes des Seehydrografischen Dienstes SHD im
                   Hafen (bis 20.03.2013).

1956            Gründung der Fischereiproduktionsgenossenschaft “Freiheit und Freundschaft”. Die
                   FPG besitzt 2 Fischkutter.

1956            Aufbau eines Betonwerkes an der Strandstrasse. Hier wird aus den Ziegel- und
                   Betonresten der zerstörten Siedlung die Produktion von Großplatten für den
                   Wohnungsbau in der Region begonnen.

01.10.1956   Die “Kraftwerksblöcke”, Straße des Friedens 1 bis 4, werden bezogen.

1956            4824 Urlauber

1957          Alois Kindler ist neuer Bürgermeister.

01.12.1958  Der Seehydrographische Dienst (SHD) zieht von Wolgast in den Hafen von
                  Karlshagen.

1959           Gründung der FPG Inselfisch. Zu ihr gehörten 28 Fischkutter, vorrangig 17 m Kutter.

1959           Willi Blümchen wird Bürgermeister.

1960           Einige Betriebe der DDR beginnen im Ort Ferienlager aufzubauen.

29.02.1960  wird die LPG “Am Peeneufer” Typ I und die LPG “Glück auf” Typ I gegründet

01.03.1960  Gründung einer 2. FPG Name “Inselfisch”

16.05.1961  Das Jagdfliegergeschwader 9 wird von Drewitz, bei Cottbus, auf den Flugplatz
                  Peenemünde verlegt. Damit ist Karlshagen Garnisonsstandort.

1961           Eröffnung des Zeltplatzes für ca. 1 000 Camper.

1961           Neubau einer Strandkorbhalle. Diese wurde in der Saison als HOG “Stranddistel” für
                  die Urlauberversorgung verwendet

1961          15.629 Urlauber

1962           Das gesamte Gebiet, nördlich der Strand- und Peenestrasse, wird zum Sperrgebiet
                  erklärt und damit für Einwohner und Gäste: Zutritt verboten! Für Bewohner des
                  Sperrgebietes gilt: Empfang von Besuch nur Verwandtschaft ersten Grades ( Eltern,
                  Geschwister und Kinder) mit Genehmigung der Abteilung Inneres des Rat des
                  Kreises Wolgast.

1962/63      Einen der kälteste Winter erlebt die Ostseeküste in der Zeit dieser Chronik. Die
                 Ostsee ist zu 85% zugefroren. Der Schnee liegt vom 17.12.1962 bis Ende April 1963.

1963           Der Ort wird an das zentrale Gasnetz angeschlossen.

1964           Eine 2. Glocke kommt für die Kirche.

1964           Bau der Heizungsanlage in der Straße des Friedens.

10.09.1964  Bau der Schule I (Projekt Steinhagen) in der Strasse des Friedens.
                  Am 07.10.1964 erhielt sie den Namen “Heinrich Heine”

1964           Die Karlshagener Feuerwehr hat 40 Mitglieder.

16.06.1964  Waldbrand in der Nähe des Friedhofes, ca. 25 ha Wald werden Opfer der Flammen.

1964/66       Bau der Siedlung Strasse des Friedens mit 248 Wohnungen, vorrangig für Angehörige
                  der NVA.

01.03.1966  Eröffnung der staatlichen Arztpraxis in der Hauptstrasse.

01.03.1966  Die staatliche Zahnarztpraxis zieht mit in das Ärztehaus ein.

01.03.1966  Appell des Jagdfliegergeschwader 9 im Ort. Das Geschwader bekommt den
                  Ehrennamen “Heinrich Rau”. Der Appell findet im Ort vor dem “Kiefernhain” statt.

1967          Zusammenschluss der FPG ”Freiheit und Freundschaft” Karlshagen mit “Heimatland”
                 Freest. Die FPG besitzt jetzt 16 Fischkutter Erster Vorsitzende wird Werner Büge.

05.1968     Überführung und Beisetzung der am Friedhof Peenemünde gefundenen 56
                 Unbekannten Opfern des 2. Weltkrieges.

08.05.1970  Auf dem Friedhof der Bombengetöteten wurde die Mahn- und Gedenkstätte
                  eingeweiht. Das Mosaik schuf der Künstler Klaus Rößler.

1970            Anschluss der Wolgaster Reparaturwerft “Hornwerft” an die FPG VII Parteitag.

1971            Die Strasse des Friedens wird um zwei Wohnblöcke (48 Wohnungen) erweitert

26.02.1972  Übergabe der Kinderkombination in der Strasse des Friedens für 200 Kinder.

1972           Die FPG “VII Parteitag” und “Inselfisch” werden zur FPG “Inselfisch” vereinigt. Damit
                  sind der Fischfang und die Fischverarbeitung vereinigt. Die Genossen der
                  Parteiorganisation der FPG kämpfen gemeinsam mit den parteilosen Fischern im
                  Rahmen des sozialistischen Wettbewerbes nicht nur um höhere Fang- und
                  Verarbeitungsergebnisse, sondern pflegen auch enge freundschaftliche Beziehungen
                  zu den Fischern der VR Polen. Die Pflege eines fruchtbringenden
                  Erfahrungsaustausches mit den polnischen Nachbarn ist für beide Seiten von
                  volkswirtschaftlichem Vorteil und wird sehr Ernst genommen. Ziel dieser
                  Zusammenarbeit und des Erfahrungsaustausches ist, die sozialistische
                  Gemeinschaftsarbeit über Ländergrenzen hinweg immer enger zu gestalten. Hier wird
                  die Losung verwirklicht: “Freunde haben vor Freunden keine Geheimnisse”. Auch die
                  Pflege der Freundschaft zur Sowjetunion ist zur Herzenssache aller Mitglieder
                  geworden. Immer mehr Brigaden kämpfen um den Staatstitel “Brigade der
                  Sozialistischen Arbeit” und den Titel “Brigade der Deutsch- Sowjetischen
                  Freundschaft“.

1972           Gerhard Wiedersich wird neuer Bürgermeister.

1972           Im Brockhaus-Wanderheft 21 Insel Usedom von 1972 steht über eine Wanderung im
                  Nordwestteil der Insel geschrieben: Die Straße führt in ihrer Verlängerung weiter durch
                  ausgedehnte Nadelwälder nach Karlshagen (1350 Einwohner). Kurz vor dem
                  Ortseingang liegt rechts der Friedhof mit der Gedenkstätte für die Opfer des anglo -
                  amerikanischen Luftangriffs auf Peenemünde/Karlshagen. Am Ortseingang zweigt
                  nach links eine Straße zum Fischereihafen der Kutter FPG “VII Parteitag” und der
                  FPG “Inselfisch” ab, in dem sich auch die Betriebsanlagen des VEB Fischwirtschaft
                  Wolgast/Karlshagen befinden. Hinter dem Konsum- Landwarenhaus führt die Straße
                  (rechts abzweigend), vorbei an einem Teilbetrieb des VEB Betonkombinat Rostock,
                  der anfänglich die Abbruchmassen des ehemaligen faschistischen V-Waffen-Werkes
                  in Peenemünde verarbeitete, zum Campingplatz und zum Badestrand von
                  Karlshagen.

1973           Gründung des Karnevalsclub Karlshagen ( CKC ).

1973           Eine Jagdhornbläsergruppe wird gegründet.

1973           Fast 5 000 Kinder verbringen ihre Schulferien in Betriebskinderferienlagern im Ort.

1974           Die Zahl der schulpflichtigen Schüler ist so groß geworden, dass bereits in drei
                  Schulen unterrichtet werden musste.
                                     1. Klasse Wiesenschule
                                     2. bis 4. Klasse alte Schule (Amtsgebäude)
                                     5. bis 10. Klasse neue Schule(Grundschule)
                  690 Schüler in 20 Klassenräumen, 46 Lehrer und Erzieher. Darauf wurde die Schule II
                  gebaut.

1975           Die Schule II, die „Heinrich Heine Schule“ in der Strasse des Friedens ist fertig
                  gestellt. Der Unterricht in der Wiesenschule und in der alten Schule konnte eingestellt
                  werden.

1975           Die Fischer landen 6 000 t Fisch an.

23.04.1976  Die Feuerwehr erhält ein neues Löschfahrzeug LO 2 500.

10.1976       Übergabe der neugebauten Turnhalle.

1976           Helmut Dräger wird Bürgermeister.

1976
          30.912 Urlauber im Ort.

1976            Die FPG Inselfisch baut eine Baracke für Urlauber. Diese wird 1993/94 zum
                   Jugendclub umgebaut und gehört der Gemeinde.

01.05.1977  wird der Jugend ein Jugendclub übergeben. Gebäude hinter der Feuerwehr
                  (Birkengarten)

1977           Ausbau der Hauptstrasse im Ort.

1974-78       Die Siedlung Strasse der Freundschaft wird vorrangig für Armeeangehörige mit ihren
                   Familien gebaut. Es entstehen 320 Wohnungen mit unterschiedlicher Größe.

1975/76       An der Strandstrasse werden 112 Wohnungen für Karlshagener Einwohner gebaut.

11.1977       Blitzeinschlag in den Turm der Kirche. Das Turmkreuz wird zerstört.

18.04.1978  Erhält die Kinderkombination den Namen “Kindergrippe/Kindergarten
                  Deutsch-sowjetische Freundschaft”.

1978           443 Strandkörbe waren am Strand aufgestellt und 29.000 Urlauber wurden gezählt.

1978           Die Gemeindeverwaltung zieht in die ehemalige Schule an der Hauptstrasse ein.

1978           Ein Verwaltungsgebäude wurde zum Veteranentreff “Zum lütten Snack” umgebaut.

1978/79      Über Karlshagen und dem Norden der DDR und der BRD bricht einer der
                 schneereichsten Winter herein. Die höchste Schneewehe im nahen Freest ca. 7m.

1980          Karlshagen hat 3303 Einwohner.

1981          Im Ort befinden sich 63 Betriebsferienlager aus vielen Orten der DDR. Sie hatten
                 insgesamt eine Kapazität 2779 Ferienplätzen.

1981          Zur Versorgung der Einwohner und Urlauber gibt es folgende Einrichtungen:
                       Eine HO Kaufhalle für den täglichen Bedarf mit Fleisch und Gemüse
                       Ein Landwarenhaus mit Lebensmittel, Fleisch, Textilien, Schuhe.
                       Eine Verkaufsbaracke für Haushaltwaren
                       Eine Gemüseverkaufsstelle
                       Eine Fischverkaufsstelle
                       Ein Schuhmacher
                       Ein Damen- und Herrenfriseur
                       Ein Postamt
                       Ein Zeitungskiosk
                       Eine Sparkasse
                Als Gaststätten waren vorhanden:
                       Der “Kiefernhain” mit140 Plätzen
                       Das “Nordkap” mit146 Plätzen
               In der Saison zusätzlich die “Stranddistel” mit 120 Plätzen
               sowie das “Waldcafe” mit 60  Plätzen.          
               Ein Zeltkino am Strandvorplatz.

1982        Rüdiger Seyfarth wird neuer Bürgermeister.

1984        In der Strasse der Freundschaft werden zwei weitere Wohnblöcke mit 80 Wohnungen
               gebaut

1986/87   Aufbau der Siedlung Dünenstrasse mit 244 Wohnungen.

18.12.1986  Die Volksvertretung der Gemeinde Karlshagen beschließt die “Ortsatzung zur
                  Aufrechterhaltung und Durchsetzung von Ordnung, Sicherheit und Sauberkeit und
                  Hygiene im Territorium Karlshagen und Verschönerung des Ortsbildes.” Beschluss Nr.
                  23 - 1/1986. Im Vorwort der Satzung steht: Liebe Bürger der Gemeinde Karlshagen!
                 Werte Urlauber! Mit der Ihnen vorliegenden Ortsatzung hat die Volksvertretung Normen
                 und Regeln unseres Zusammenlebens beschlossen. Unsere Ortsatzung soll
                 geschaffene Werte schützen, Verhaltenweisen für Ordnung, Sauberkeit, Sicherheit,
                 und Hygiene festlegen und die Bereitschaft unserer Bürger bei der Gestaltung des
                 gesellschaftlichen Lebens unter der Losung “Schöner unsere Städte und Gemeinden -
                 Mach mit!” fördern. Wir bitten alle Bürger, alle Werktätigen der Betriebe und
                 Einrichtungen und alle Urlauber, bei der Durchsetzung der Ortsatzung mitzuhelfen.

07.11.1989  Öffnung des Sperrgebietes nördlich von Karlshagen.

1989           Die Heinrich Heine Schule wird in Grundschule und Realschule aufgeteilt.

1990           Linda Kargoll ist neue Bürgermeisterin

12.03.1990  Gründung des Schützenverein “Blau - Weiß”.