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22.11.2017  
Der Heimatverein bedankt sich für die Spende der Sparkasse Vorpommern. Damit können wir unsere Öffentlichkeitsarbeit wirkungsvoller gestalten.

Die Interessengemeinschaft Heimatgeschichte Karlshagen stellt die Entwicklung des Ortes Karlshagen vor. Wir möchten Sie neugierig auf unseren Ort machen, Sie auffordern, sich in unserer Heimatstube umfassender zu informieren und sich auch in unserer Gemeinde einen Einblick in unseren schönen Urlaubsort zu verschaffen.


Karlshagen wurde 1829 als Fischerkolonie gegründet und entwickelte sich ab 1885 als Urlauberort.

Die Geschichte Usedoms reicht weit zurück. Viele Bodendenkmale deuten darauf hin. Mit der Christianisierung zum Beginn des 12.jahrhunderts begann eine umfangreiche, auch von Kriegen und Machtkämpfen gekennzeichnete Entwicklung. Darin eingebettet ist die Entstehung von Fischerorten entlang der Ostseeküste, im Hinterland und an der Peene zu sehen. Mit der Industrialisierung gewannen Vorstellungen zur Erholung an den Küsten zunehmend an Bedeutung. Mit Beginn der Bäderentwicklung Ende des 18.jahrhunderts rückten auch Orte auf Usedom auf Grund ihrer schönen Strände und tollen Lage in den Mittelpunkt.
Karlshagen wurde 1829 auf der Basis wirtschaftlicher Überlegungen (Heringsfang) als Fischerkolonie gegründet. Der Strand und die ruhige Lage veranlasste den Berliner Architekten Hugo Elsner hier 1885 eine Strandhalle zu bauen. Karlshagen entwickelte sich zu einem Badeort.
Diese Entwicklung wurde 1936 durch den Aufbau der Heeresversuchsanstalt in Peenemünde und durch den 2.Weltkrieg beendet.
In der Zeit der DDR war der Ort durch den Fischfang und das Militär geprägt. Die Entwicklung als Urlauberort vollzog sich vorrangig über Betriebs- und Kinderferienlager.
Nach 1991 setzte in Karlshagen eine rasante Entwicklung ein. Urlauberunterkünfte entstanden, der Campingplatz wurde ausgebaut und der Hafen hat, neben einem bescheidenen Fischereistandort, eine beliebte Marina.
Karlshagen bekam 2001 den Status eines Ostseebades zuerkannt.

Die Interessengemeinschaft Heimatgeschichte Karlshagen e.V. möchte in den nachfolgenden Zeitabschnitten die Entwicklung des Ortes Karlshagen vorstellen.

1. Abschnitt 1829 - 1885

1829    Gründung des Ortes als Fischerkolonie auf dem nördlichen Teil desStaatsforstes        
Pudagla auf Veranlassung der Pommerschen Provinzregierung in Stettin.


1837    Die Fischerkolonie erhält den Namen Carlshagen.
           Die neuen Siedler lebten vorwiegend vom Fischfang und kleiner Landwirtschaft.
           Trotz der bescheidenen Lebensverhältnisse entwickelte sich die Einwohnerzahl von
           anfänglich 27 Siedlern auf ca. 300 im Jahre 1865.
1872    verwüsten schwere Sturmfluten den Ort stark.


2. Abschnitt 1885 – 1935

1885    Der Berliner Architekt Hugo Elsner erbaut auf dem Gebiet des Wolgaster Stadtforstes das
           erste Logierhaus – später als „Strandhotel“ bekannt. Dies war Beginn für die Entstehung
           der Strand- oder Villenkolonie für Badegäste, welche neben der Fischerkolonie den
           zweiten Teil des Ortes bildete. Kurioser Weise gehörten beide Ortsteile auf Grund
           vorhandener Strukturen verschieden Verwaltungsbereichen an. Wegen der ruhigen und
           etwas abgeschiedenen Lage erhielt der Badeort Karlshagen bald den Beinamen
           „Idyllisches Bad“.



1912    wird die Kirche in Karlshagen errichtet und im Juli des gleichen Jahres geweiht.



1929    Aus der Fischerkolonie und der Strandkolonie wird im Zuge der Preußischen                   Gebietsreform die eigenständige Gemeinde Carlshagen gebildet.



1930    wird nach ca. einjähriger Bauzeit der neue Hafen am Peenestrom von Karlshagen
            eingeweiht.


3. Abschnitt 1936 - 1945

1936     beginnt der Aufbau Heeresversuchsanstalt Peenemünde zur Raketenentwicklung, in
            dessen Gefolge in Karlshagen in den folgenden Jahren eine Wohnsiedlung für ca. 3.500
            Militärangehörige, Wissenschaftler und Angestellte mit ihren Familien gebaut wird.
            Die vorhandene Strandkolonie wird Bestandteil dieser Siedlung, die Besitzer werden
            abgefunden und müssen ihre Villen und Pensionen verlassen.


1939    endet des regulären Badebetriebs in Karlshagen.
1943    Bei einem Bombenangriff auf die Heeresversuchsanstalt Peenemünde werden große Teile    der Wohnsiedlung zerstört, wie auch im Ort selbst einige Häuser und die Kirche.
           Karlshagen verliert die gesamte Seebäderstrucktur.


1945    nehmen sowjetische Truppen kampflos den Ort ein.

4. Abschnitt 1945 – 1989

1946     auf Befehl der sowjetischen Militäradministration (SMAD) fahren Fischer wieder zur See,    um die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrung zu sichern.
            Es wird die Raiffeisen-Fischverwertungs-Genossenschaft gegründet.
            Daraus entwickelt sich im Laufe der Jahre Fischerei-Produktions-Genossenschaften und
            Karlshagen wird einer der größten Fischfang- und Verarbeitungsstandorte an der Küste der DDR.
1956     FPG „Freiheit und Freundschaft“
1959     FPG „Inselfisch“


1948      Einwohner und Aussiedler beginnen die Hafenstraße zu pflastern. Die Straßenpflaster
             werden aus der zerstörten Siedlung geborgen. Im Jahre 1950 ist die Hafenstraße fertig.
1949      Mit dem Neubau eines Schulhauses verbesserten sich die Lernbedingen für die
             Schülerinnen und Schüler.Ab 1945 wurde in einer Baracke (Wiesenschule) mit dem
             Unterricht begonnen.
1951      Seit der Gründung der DDR im Jahre 1949 begann sich auch das Erholungswesen an der
             Küste zu entwickeln. In Karlshagen vor allem über Betriebsferienlager, dem
             Zeltplatz ab 1961 und Ferienlager für Kinder. 1951 wurden in Karlshagen 1.018 Urlauber
             gezählt, 1956 waren es bereits 4.824 und 1961 bereits 15.629.
1951      Es beginnt der Aufbau der zerstörten Kirche. Sie wird am 06.08.1952 geweiht.
1956      Mit dem Aufbau eines Betonwerkes an der Strandstraße wird die Wohnungssituation im Ort langsam, aber stetig verbessert. Aus den Ziegel- und Betonresten der zerstörten Siedlung
             werden Großplatten für den Wohnungsbau hergestellt.



             Die Blöcke in der Straße des Friedens 1 – 4 werden bezogen, die sogenannten
             „Kraftwerksblöcke“.
1964      Weiterer Ausbau der Straße des Friedens mit 248 Wohnungen.
1974 bis 1978   Es entstehen in der Straße der Freundschaft 320 Wohnungen.
1960     In diesem Jahr beginnen Betriebe aus der DDR Ferienlager aufzubauen. In Karlshagen wird dies der Schwerpunkt der Entwicklung des Urlauber- und Bäderwesens sein.


1961    Das Jagdfliegergeschwader 9 wird von Drewitz/Cottbus auf den Flugplatz Peenemünde
           verlegt. Damit ist Karlshagen Garnisionsstandort und das Gebiet nördlich der Peene- und
           Strandstraße wird Sperrgebiet.
1964    Mit dem Bau der Schule I – Projekt Steinhagen – wird in der Straße des Friedens der
           wachsenden Schülerzahl Rechnung getragen.
           Am 07.10.64   erhält sie den Namen „Heinrich-Heine“.
1975    wurde die Schule II – Plattenneubau – fertig gestellt. Fast 700 Schüler besuchen die
           Heinrich-Heine-Schule in der Straße des Friedens.



1970     Weitere Entwicklung des Urlauberwesens durch den Bau- und Ausbau der
            Betriebsferienlager und der Kinderferienlager.
1973     Fast 5.000 Kinder verleben ihre Ferien im Ort; 1976 sind es bereits 30.912 Urlauber.
            Durch den Bau von weiteren Wohnungen in der Straße der Freundschaft 80 Wohnungen und der Dünenstraße 244 Wohnungen, verbessern sich die Wohn- und Lebensbedingungen der Einwohner weiter.
1989     Wendezeit verbunden mit  Strukturwandel, Umorientierung, Abwanderung der Einwohner


5. Abschnitt Das neue Karlshagen seit 1990

1990    Nach der Wende verändert sich der Ort sehr schnell.


           Mit der Auflösung der Standorte der Nationalen Volksarmee (NVA) –Luftstreitkräfte und
           Volksmarine-, der letzte Bundeswehrsoldat verlässt 1996 den Standort, geht die
           Einwohnerzahlen stark zurück. 2000 leben nur noch 3.016 Menschen in Karlshagen.
1990    Es beginnt ein Ausbau des Ortes als Urlauberort. Viele Pensionen, einige Hotels und auch    Privatzimmer entstehen. 2004 wurden in Karlshagen 280.939 Übernachtungen gezählt.
1997    Karlshagen erhält den Titel „Erholungsort“ und
2001    wird der Titel „Seebad“ verliehen.
           Karlshagen ist wieder ein gefragter Urlaubsort, der mit tollem Strand, sauberen
           Ostseewasser, einer Marina an der Peene und einer entspannten Atmosphäre punktet.



2002        Auch die Infrastruktur und die Versorgungsmöglichkeiten entwickeln sich:
                eine Tankstelle.

2007        Die Edeka-Kaufhalle wird eröffnet

2009        „Penny“ eröffnet ihre neue Kaufhalle in der Hauptstraße

2009        Der rote NETTO zieht in Karlshagen ein.

2010       Ausbau der Hugo-Elsner-Straße, benannt nach dem Begründer des Seebades Karlshagen

2010        Im Jahresabschlussbericht des Tourismusverbandes werden 409.000 Übernachtungen
                genannt. 

2011       Karlshagen begeht das 10. Seebadfest

2012       01.-06.06.  Festwoche "100 Jahre Kirche Karlshagen"

2012       06.-07.10.  Erstes Usedomer Drachenfestival.

2013     18.August   Ehrung  der   ca.  750  Opfer  des  Bombenangriffs  vor  70 Jahren  im  Norden  Usedoms.   245  englische  Besatzungsmitglieder  der Bombenflugzeuge verloren ihr Leben.

2014      01.-03.08.    15.Beachvolleyballturnier auf 90 Spielfeldern mit internationaler Beteiligung.

2015      12.04.   festliche Mitgliederversammlung   25 Jahre Schützenverein Blau-Weiß Karlshagen e.V.

    40 Jahre Schießsport   in Karlshagen

                                                                                                                            


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